Dienstag, 4. Dezember 2007

Roadtrip durch Oregon


Sorry, aber an dieser Stelle verweise ich auf Jörg's Bericht zu unserem Roadtrip, da das Ganze inzwischen einfach zu lange her ist...

Hier geht's zu den Bildern

Thanksgiving & Midnight Madness Shopping


Thanksgiving habe ich bei den Hunters, meiner ehemaligen Gastfamilie, verbracht. Das Ganze war eine recht gesellige Angelegenheit, da ausser den Eltern, drei Töchtern, dem Freund der einen und Verlobten samt Eltern und Schwester mit Verlobtem der anderen auch vier Hunde und zwei Katzen anwesend waren. Das Haus war also voll und die Stimmung bestens! Zu Essen gab es wie erwartet reichlich: zwei ganze Truthähne, Kartoffeln in vier verschiedenen Variationen, Croissants und Brötchen, zig verschiedenes Gemüse, leckere Bratensoßen und Salate... Insgesamt zwei ganze Tische voll nur mit Essen! Und nach dem Hautgang wurde alles zur Seite geräumt und die Desserts aufgefahren: Kürbiskuchen, Apfelkuchen, Kirschauflauf, Eis, Kekse und Plätzchen... Nach guten zwei Stunden Völlerei lagen wir dann alle erstmal nur regungslos auf der Couch :-) Aber es war auf jeden Fall das beste Essen das ich bis jetzt hier hatte!

Und damit war der Tag für mich auch noch nicht vorbei. Nachdem ich etwas verdaut hatte, bin ich am späten Abend nach Portland gefahren um einen Freund abzuholen der am nächsten Morgen auf unseren Roadtrip mitkommen wollte. Auf dem Rückweg nach Corvallis wollten wir noch "kurz" in Woodburn (dem Outlet Center) halten, und dort haben wir die zweitwichtigste Beschäftigung an Thanksgiving live miterlebt: Shoppen!!!


Der Freitag nach Thanksgiving ist fast so wichtig wie Thanksgiving selbst und neben Weihnachten der verrückteste Shoppingtag im ganzen Jahr. Die Geschäfte werben mit den supertollsten Sonderangeboten und öffnen zum Teil schon um 5 Uhr früh, oder wie Woodburn sogar um Mitternacht. In meiner unamerikanischen Naivität dachte ich mir "cool, das liegt ja direkt auf dem Weg und um Mitternacht wird da eh nicht viel los sein". Als sich 8 Meilen vor dem Outlet dann die Autos auf dem Highway stauten, dachten wir noch optimistisch an einen Unfall oder ähnliches, mussten aber kurz danach einsehen, dass diese Leute tatsächlich alle zum Oulet wollten! Aber da wir sowieso daran vorbei mussten um nach Corvallis zu kommen, dachten wir uns, wenn wir schon zwei Stunden im Stau stehen, können wir auch kurz anhalten und reingehen. Also krochen wir im Schneckentempo auf der ganz linken Spur (die einzige die sich noch bewegte) bis zur Ausfahrt und quetschen uns dort frech rein (gut, dass Amerikaner so höfliche Autofahrer sind :-)). Das nächste Problem war einen Parkplatz zu finden, was so eine Art "Reise nach Jerusalem" mit Autos war, aber nach 30 Minuten hatten wir Glück und direkt vor uns wurde einer frei. Im Ralph Lauren Store haben wir uns dann ins Gedränge gestürzt, fast ausschliesslich umgeben von Asiaten.
Daniel und ich haben auch wirklich ein paar gute Schnäppchen gemacht und das Ganze ausserdem unter "kulturelles Erlebnis" abgehakt. Auf dem Rückweg zum Auto haben wir dann auch gesehen wie die restlichen 2 Millionen Autos das Parkplatzproblem gelöst haben: sie haben einfach auf dem Highway geparkt und sind zu Fuss über die Wiese zum Outlet gelaufen. Der komplette Standstreifen des Interstate Highways war zugeparkt! Inzwischen war es fast 3 Uhr morgens und wir mussten ja noch nach Corvallis fahren und wollten ausserdem am nächsten Morgen um 8 Uhr Jörg und Victoria abholen und zu unserem Roadtrip aufbrechen.

Sonntag, 2. Dezember 2007

Adresse

Hier nochmal für alle meine vollständige Adresse:

6289 SW Trellis Dr
Corvallis, OR 97333
USA

Handynr: 001-541-908-6576
Festnetz habe ich nicht.

Dienstag, 27. November 2007

Reisepläne

Ich kann's kaum glauben, aber mein erstes Term hier ist tatsächlich schon so gut wie vorbei! Am Donnerstag ist meine letzte Vorlesung, dann habe ich nächste Woche noch zwei Finals und muss zwei Essays abgeben und dann sind erstmal Ferien bis 7. Januar.

Zeit euch von meinen Reiseplänen zu berichten: nächsten Mittwoch fahre ich erstmal mit einer Freundin nach Californien. Wir nehmen den Zug nach San Francisco, bleiben dort 4 Tage (ich feier meinen Geburtstag dort :-) ), dann mieten wir uns ein Auto und fahren die Küste runter nach Los Angeles. Dort bleiben wir 5 Tage, schauen uns Hollywood usw an, und fahren dann rüber nach Las Vegas, wo wir nochmal 2 Tage bleiben (und im MGM Grand übernachten!) bevor wir von dort zurück nach Portland fliegen. Über Weihnachten fahre ich nach Seattle und Vancouver und am 30. Dezember fliege ich nach New York wo ich den lieben Steffen treffe (Hey Schnuggi :-)) und Silvester feier. Von dort fahren wir zusammen zu ihm nach Boston und am 5. Januar fliege ich wieder nach Portland. Dann habe ich noch zwei Tage um mich auf das nächste Term vorzubereiten.

Neidisch? ;-)

Sonntag, 18. November 2007

Von wegen prüde...

Gestern abend war ich auf einer "Romantic Spice" Lingerie-Party. Das ist im Prinzip das Gleiche wie eine Tupper-Party, nur dass anstatt Haushaltswaren Sex Toys verkauft werden. Da saß ich also mit 20 anderen Frauen und habe eine Menge Vibratoren bestaunt, an allen möglichen Cremes und Gels gerochen und mir die lustigen Geschichten der Verkaufsfrau angehört. Die war mindestens 65 und arbeitet tagsüber als Kinderbibliothekarin, hat aber ständig aus ihrer eigenen Erfahrung mit den Produkten berichtet und Empfehlungen abgegeben ("My husband really enjoys this one"). Im Verlauf des Abends ließ sich auch heraus hören, dass ca. die Hälfte der Anwesenden eines oder sogar mehrere der Produkte besitzen und Tipps zum Gebrauch abgeben konnten (ich sage jetzt nicht, zu welcher Hälfte ich gehöre ;-)).
Es war auf jeden Fall ein unterhaltsamer Abend und ich habe auch noch das Ein oder Andere gelernt (auf jeden Fall kann ich jetzt den "Rabbit" vom "Cliterrific" unterscheiden). Und ich wurde in der Annahme bestätigt, dass Amerikaner nicht so prüde sind wie viele denken - zumindest scheine ich in den richtigen Kreisen gelandet zu sein.

Sorry, Bilder gibt es leider keine... ;-)

Donnerstag, 15. November 2007

Humor?

Mir ist aufgefallen, dass mein Blog humoristisch gesehen im Vergleich mit einigen anderen doch etwas hinterhinkt. Das liegt zum Einen daran, dass er weniger der Unterhaltung als vielmehr der Information dienen soll, aber der Hauptgrund ist wohl, dass ich einfach kein Talent dafür habe.
Wer sich also einen satirischeren Blick auf die amerikanische Gesellschaft und ihre Eigenarten wünscht, sei hiermit offiziell auf Felix Blog verwiesen, der diese Kunst um einiges besser beherrscht.

http://feliceindenusa.blogspot.com

So, drei Einträge für heute müssen reichen - jetzt geh ich zum Jörg und dann betrinken wir uns mit Tequilla ;-)

Portland Trailblazers vs Dallas Mavericks


Letztes Wochenende waren wir in Portland um die Blazers gegen die Mavericks (mit Dirk Nowitzki) spielen zu sehen. Dirk hatte nicht seinen besten Tag und hat mit seinem Team gegen die Portland Blazers 82:91 verloren, aber dadurch war die Stimmung im Stadion natürlich super! Und das ganze Programm neben dem Spiel (Cheerleader, lustige Spielchen und akrobatische Sprünge auf dem Feld in den Pausen, fliegende Autos...) hat auch einen hohen Unterhaltungswert.
Wir hatten aber sowieso unseren Spass da fast alle aus unserem Austausch-Programm für das Spiel nach Portland gekommen sind, und wir uns so das erste Mal seit der Orientation Anfang September wieder alle gesehen haben. Wir waren über 20 Leute und sind nach dem Spiel noch in einen Club in Portland gegangen in dem wir bis halb drei gefeiert haben (was hier leider immer das offizielle Ende ist).

Dieses Wochenende geht's zum Shoppen in ein Outlet-Center an der Küste :-)


Dirk Nowitzki beim Strafwurf


Cheerleader-Action


Live-Mitschnitt der amerikanischen Nationalhymne (leider zwischendurch etwas unscharf)

Happy Halloween

Ja ich weiß, Halloween war schon vor über zwei Wochen, aber die ganzen Midterms, Presentations, Research Papers, Quizzes & Co haben mich die letzen Wochen doch ziemlich beschäftigt, so dass ich meinen Blog etwas vernachlässigen musste. Aber hier kommt nun der nachträgliche Bericht:


Halloween ist ja eigentlich nur ein einziger Tag bzw. Abend, ist aber schon mindestens zwei Wochen vorher Gesprächsthema Nummer Eins. Als was man sich verkleidet, auf welche Parties man geht usw. Meine Mitbewohnerin Sarah und ich haben uns eine Woche vorher in Halloween-Stimmung gebracht indem wir Kürbisse geschnitzt und das Haus dekoriert haben. Ich habe vorher noch nie einen Kürbis geschnitzt, es ist zwar eine ziemliche Sauerei aber eigentlich ganz einfach (siehe Bilder). Ein netter Nebeneffekt ist, dass man die Kerne rösten und essen kann - sehr lecker!











An Halloween selber sind wir in eine der Bars direkt am Campus gegangen. Thomas war Pirat, Jörg war Johnny Depp in "Fear and Loathing in Las Vegas" und ich hatte mir Vampirzähne gekauft und mich entsprechend geschminkt. Die Bar war voll mit Studenten und wirklich jeder war verkleidet. Die Jungs hatten zum Teil echt originelle Kostüme, wie z.B. Borat, Flasche oder Burrito. Bei den Mädels ging es eher darum so wenig wie möglich anzuhaben. Im Prinzip wurde eigentlich jedes mögliche Kostüm genommen und auf schlampig gemacht. Ich habe schlampige Polizistinnen, Schiedsrichterinnen, Krankenschwestern und sogar schlampige Nonnen gesehen. Viele hatten auch einfach nur Unterwäsche an und waren dann "Victoria's Secret Models". Ich habe noch nie so viel nackte Haut in so kurzer Zeit gesehen (auf den Fotos unten kann man es erahnen) - und draußen hatte es keine 10 Grad! Den Jungs hat's natürlich gefallen :-)


Montag, 29. Oktober 2007

White Water Rafting




Letzen Samstag waren wir auf einem Trip vom Outdoor Recreation Center der Uni: White Water Rafting auf dem North Santiam River. Morgens um acht gings los, jeder musste sich einen Neoprenanzug, wasserdichte Boots und Jacke schnappen und dann wurden wir in drei Vans zum Fluss gefahren. Dort mussten wir uns in unsere Wetsuits und Rettungswesten zwängen und bekamen eine kurze Einweisung, und schon saßen wir im Boot. Das Wetter war super, blauer Himmel und Sonnenschein, aber da es eben schon Ende Oktober ist, hatte die Luft ca. 15 Grad und das Wasser gefühlte -10 Grad. Aber die Neoprenanzüge und das Paddeln haben uns warm gehalten! Es gab ein paar Stromschnellen und kleine Wasserfälle, die ziemlich viel Spass gemacht haben, und dazwischen ging's ziemlich ruhig durch schöne Landschaft mit vereinzelten Häusern am Ufer. Wir hatten gleich zweimal Mann (oder besser Männer) über Bord, beim ersten Mal hat's zwei der Jungs erwischt und beim zweiten Mal gleich drei auf einmal. Der arme Felix ist beide Male über Bord gegangen. Unser Guide Sandra und ich waren die einzigen bei uns im Boot die nicht reingefallen sind (ich war auch nicht besonders scharf drauf), aber nass sind wir natürlich trotzdem geworden, auch da die Leute in den anderen Boot mit ihren Paddeln kräftig nachgeholfen haben! Es hat auf jeden Fall viel Spass gemacht und ich werde im Spring Term sicher wieder mitgehen.
Ansonsten gibt es nicht viel Neues zu berichten... Ich habe viel für die Uni zu tun, gestern nacht bin ich bis zwei Uhr an einem Essay gesessen (ok, selber schuld wenn man den ganzen Tag vertrödelt und erst abends um acht anfängt :-)) aber die Mühe macht sich bezahlt: für meinen ersten Essay habe ich 90% bekommen (also ein A) und in einem anderen Midterm habe ich ebenfalls ein A. Nächste Woche schreibe ich ein Midterm, habe eine Presentation und muss ein Research Paper abgeben - das wird also ein lustiges Wochenende! Dabei sind hier grad alle im Halloween-Fieber, aber dazu folgt ein gesonderter Eintrag...

Dienstag, 16. Oktober 2007

Home Sweet Home


Hier kommt endlich der lang ersehnte Blog-Eintrag zu meinem neuen Zuhause.
Das Haus oben im Bild ist meine bescheidene Unterkunft... naja, eigentlich ist es ziemlich dekadent! :-) Das Fenster oben rechts gehört zu meinem Zimmer, von dem aus ich einen traumhaften Blick ins Grüne habe. Das Zimmer an sich ist auch super und nach dem ein oder anderen Ikea-Besuch so langsam auch vollständig eingerichtet (mir fehlt noch ein Unterbau für meine Matratze und ein Regal). Dafür ist mein begehbarer (!) Kleiderschrank seit den letzten drei Outlet-Center-Shopping-Touren recht gut gefüllt. Habe ich erwähnt, dass mein Kleiderschrank begehbar ist? :-) Meine Roommates, Sarah und Jeremy, sind wahnsinnig nett und wir haben sogar ein Haustier: Sarah's Hund Makai, "the world's best dog". Und auch sonst hab ich hier alles was ich mir wünschen kann: eigenes Badezimmer, komplett eingerichtete Küche mit Spülmaschine und Müllschredder im Abfluss, großes Wohnzimmer mit Kamin und Riesen-TV mit Nintendo Wii. Wird mir glaub schwer fallen mich nach dem Jahr Luxus hier wieder an eine kleine Studentenbude in Mannheim zu gewöhnen...


Vor drei Wochen habe ich mir mein erstes eigenes Auto gekauft: mein kleiner blauer Honda Civic :-) Er sieht nicht nur gut aus, sondern fährt auch super und ist sehr sparsam: eine Tankfüllung kostet mich gerade mal 20$ und damit komme ich über 300 Meilen weit. Ohne Auto wäre ich hier auch ziemlich aufgeschmissen, die Uni ist 3 Meilen entfernt und das lokale Bussystem hat sich mir noch nicht erschlossen. Die Jungs meinen zwar ich sei nur zu faul mit dem Fahrrad zu fahren, aber da diese Woche aller Voraussicht nach endgültig die Regenzeit anfängt, finde ich es durchaus legitim trocken an die Uni kommen zu wollen ;-) Seit zwei Wochen bin ich auch stolze Besitzerin eines Oregon-Führerscheins. Für die Prüfung habe ich ungefähr eine Stunde gelernt, im DMV-Office eine Nummer gezogen, 60$ bezahlt und den Test am Computer dann mit 97% bestanden. Kein Vergleich zu den Strapazen und Kosten für den deutschen Führerschein!

Die Uni ist jetzt in der vierten Vorlesungswoche und mitten in der heissen Phase. Letzte Woche hatte ich ein Map-Quiz (musste die Ostküste auswendig lernen), gestern habe ich ein Midterm in Sociology geschrieben und einen History-Essay abgegeben und nächste Woche folgt schon das nächste Midterm in Geography. Da ich hier alle Kurse zweimal die Woche habe (Montag/Mittwoch und Dienstag/Donnerstag) und das Term nur 10 Wochen hat, herrscht hier ein ganz anderes Tempo als daheim an der Uni. Da würde ich mich jetzt noch gemütlich zurücklehnen während ich hier kaum mit meinen wöchentlichen Readings hinterherkomme... Freitags habe ich eine German Conversation Class, in der ich drei amerikanische Deutsch-Studenten dazu bringen soll, deutsch zu sprechen. Das ist ziemlich lustig und wir werden vom German Department sogar dafür bezahlt. Wenn ich daran denke, wieviel Geld ich hier schon ausgegeben habe, kann ich auch jeden Cent gebrauchen... Zum Glück ist der Dollar im Moment so günstig!

So, ich werde jetzt noch 30 Seiten für meine Kurse morgen lesen... Ich freue mich auf eure Kommentare, E-Mails, SMS, Pinnwand-Einträge etc!

Montag, 1. Oktober 2007

Neue Handynummer

Meine neue Handynummer lautet

541-908-6576

Die alte Nummer ist nicht mehr gültig.

Donnerstag, 20. September 2007

Erste Tage in Corvallis

Seit genauer einer Woche sind wir jetzt in Corvallis. Ich kann leider erst am Samstag in mein Haus einziehen (später mehr dazu), bin aber glücklicherweise solange beim Jörg untergekommen (Thanks roomie! :-)).
Die ersten beiden Tage hier haben wir uns erstmal von der Orientation in Portland erholt und uns daran gewöhnt, nicht mehr ständig von 30 Deutschen umgeben zu sein sondern höchstens von 7. Seit Montag haben wir eigentlich jeden Tag auf dem Campus verbracht um unsere Advisor zu treffen, an der International Orientation teilzunehmen, unsere Visumsdokumente vorzuzeigen, uns impfen zu lassen, mit dem Health Center wegen unserer Versicherung zu diskutieren und uns im bookstore mit T-Shirts und Pullis in den Farben der Oregon State University auszustatten (sehr wichtig!).


Am Samstag haben wir uns mit Brian, den ich noch von der High School kenne, und seiner Frau getroffen und sind auf ein Oktoberfest in Mt. Angel gegangen. Das Bierzelt war zwar kleiner als daheim, auf den Bänken tanzen durfte man nicht, Bier gab es nur aus 0,4l Plastikbechern und die Band namens "Salzburger Echo" kam in Wahrheit aus Salt Lake City - aber sie konnten tatsächlich einige deutsche Lieder singen, jodeln, Alphörner blasen und ganze Lieder mit Kuhglocken spielen. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spass, haben lauthals mitgesungen und die wenigen Amis, die es bis nach elf ausgehalten haben, zum Tanzen animiert. Brian und seine Frau haben sich ebenfalls köstlich amüsiert! Am 6. Oktober sind wir schon auf das nächste Oktoberfest eingeladen - als ich beim Impfen war und die Krankenschwester gesehen hat, dass ich aus Deutschland komme, hat sie mich und die anderen Deutschen direkt auf ihr privates Oktoberfest eingeladen. Wir haben ja jetzt schon reichlich Übung um auch dort für Stimmung zu sorgen :-)


Ein weiteres Erlebnis war das "Free Furniture Giveaway" der First Baptist Church für alle Internationalen Studenten. Da mein Zimmer unmöbliert sein wird und die Jungs auch noch ein paar Dinge brauchen konnten, sind wir dort einfach mal hingegangen. Als wir ankamen, eine halbe Stunde früher als angegeben war, stand schon eine Schlange asiatischer Studenten um den halben Block rum. Wir mussten einen Zettel mit unseren Daten ausfüllen, bekamen ein Namensschild zum Ankleben, Coupons für Möbel und Haushaltsartikel und mussten uns in die Schlange stellen. Dort mussten wir warten bis wir reingelassen wurden. An der Tür bekamen wir noch einen "neuen amerikanischen Freund" zugewiesen, der uns beim Aussuchen und tragen helfen sollte. In unserem Fall war das ein tätowierter, bikermäßig aussehender Typ namens Joey, den wir auf den ersten Blick für einen ehemaligen Sträfling hielten, der sich aber als sehr nett und hilfsbereit herausstellte. Was uns drinnen erwartete übertraf den kleinen Garagenverkauf, den ich mir vorgestellt hatte, bei Weitem: lange Reihen mit hunderten von Pfannen, Töpfen, Gläsern, Geschirr, Decken, Kopfkissen, Handtüchern usw. Und man konnte sich einfach nehmen was man brauchte! Draussen im Hof standen dann ganze Wohnzimmereinrichtungen, Betten, Schreibtische und an die 100 Sofas. Auf dem Parkplatz daneben standen ca. 50 Pickups bereit, die die Möbel samt neuen Besitzern abtransportierten. Einfach krass! An Möbeln war für mich zwar nichts dabei, aber ich habe mich mit Kleiderbügeln, einer Decke und Handtüchern (von Ralph Lauren :-)) eingedeckt. Und unser neuer Freund Joey, der übrigens in einem Tattoo-Studio arbeitet, hat uns angeboten, dass er uns überall hinfahren und beim Umziehen helfen kann wenn er frei hat.

Heute abend ist an der Uni ein Willkommens-Picknick für alle Internationals und morgen früh fahren wir in den Crater Lake National Park im Süden von Oregon. Der Bericht dazu, und zu meinem neuen Haus, folgt wenn wir zurück sind.

Montag, 17. September 2007

Camping at South Beach



Etwas verspätet hier der Bericht zu unserem Camping Trip:
Letzte Woche Montag haben wir uns in 3 Vans und einem Van vollgestopft mit Schlafsäcken und Lebensmitteln morgens auf den Weg nach Newport gemacht. Das super Wetter, das wir die ganze Woche davor in Portland genossen haben, hat uns 5km vor der Küste leider im Stich gelassen - ab dort war es kalt, nass und neblig. Nachdem wir uns damit abgefunden hatten, dass wir unsere kurzen Hosen und Badesachen nicht brauchen würden (obwohl sich einige wenige Mutige doch in den 12°kalten Pazifik gewagt haben), war der erste Tag mit Zelten aufbauen, kochen und anschliessendem Lagerfeuer auch schon schnell vorüber.


Am nächsten Vormittag ging es dann zum Crab Fishing, ein Erlebnis der besonderen Art! Wir wurden zu dritt oder viert in kleine Boote gesetzt, bekamen je vier Netze mit Köder, Eimer und ein Lineal und wurden aufs Wasser geschickt. Nachdem wir die eklig aussehenden Köder (gerüchteweise tote Tiere aus der Pelzindustrie...) in den Netzen befestigt hatten, mussten wir sie nur noch im Wasser versenken und dann in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Da keiner von uns besonders viel Ahnung hatte, haben wir die Netze zuerst im tiefen Wasser versenkt, was nicht besonders erfolgreich war. Nach einer Weile sind wir dann auf die Idee gekommen, es näher am Ufer zu versuchen, und siehe da, nach 10 Minuten hatten wir 5 Krabben im Netz! Obwohl sie mir ziemlich groß vorkamen, mussten wir sie trotzdem wieder ins Wasser zurückwerfen da sie den strengen Fangvorschriften nicht entsprachen. Nach einer Weile hatten wir richtig Routine im Netze auswerfen und einholen und das Boot konnte auch jeder von uns steuern. Leider waren die meisten Krabben aber zu klein oder weiblich, so dass wir sie nicht behalten durften. Am Ende hatten wir eine Krabbe in unserem Eimer, da einige der anderen aber erfolgreicher waren, war unser Abendessen trotzdem gesichert :-) Als wir eigentlich schon zurück in den Hafen fahren wollten, sind wir sogar noch in Seenot geraten, da sich eine Leine um unsere Schraube gewickelt hat und wir manoevrierunfähig waren. Glücklicherweise waren andere Boote in der Nähe die uns erst von den Felsen weggezogen und dann die Leine durchgeschnitten haben. So sind wir alle wieder sicher an Land gekommen.
Nach einem kurzen Lunch und Spaziergang durch den Hafen ging's zurück zum Campingplatz. Dort hatten wir etwas Zeit am Strand bevor es ans Essen kochen ging - 30 Leute waren schon gespannt auf das sogenannte "Crab Boil", ein Eintopf aus den gefangenen Krabben, Kartoffeln, Maiskolben, Zwiebeln und Würstchen. Als es ans Essen ging, bestanden unsere einheimischen Begleiter darauf, den Eintopf auf den Tisch zu schütten und mit den Fingern zu essen, das sei "a cultural experience we couldn't miss". Es war auf jeden Fall ein Erlebnis, und jetzt weiss ich auch wie man Krabben mit den Fingern isst :-) Später sind wir noch gemeinsam an den Strand gezogen und haben den Abend am Lagerfeuer mit Meeresrauschen ausklingen lassen.
Am nächsten Morgen haben wir unsere Sachen gepackt und uns mit einem kleinen Zwischenstop im Outlet-Center auf den Rückweg nach Portland gemacht, wo uns wieder schönstes Wetter erwartete. Dort gab es abends noch ein gemeinsames Abschiedsessen mit anschließendem Clubbing, bevor wir uns alle Donnerstag früh in unsere neuen Heimatstädte in ganz Oregon aufgemacht haben...

Mittwoch, 5. September 2007

Orientation in Portland


Nachdem ich nun schon drei Tage hier bin, komme ich endlich dazu meinen ersten Bericht zu verfassen. Ich bin zur Zeit noch in Portland mit ca. 25 anderen aus dem Baden-Württemberg-Programm. Seit unserer Ankunft am Montag nachmittag hatten wir eine Info-Lecture nach der anderen zu allen möglichen Themen wie Housing, Banking, Academic Sytem, Culture Shock etc. Ich habe inzwischen ungefähr 3kg Handouts und Informationsmaterial gesammelt... Aber diese Infos sind natürlich sehr hilfreich und ersparen uns eine Menge Zeit und Fehler die wir sonst sicher machen würden. In unserer freien Zeit erkunden wir die Stadt und versuchen so langsam die wichtigsten Dinge erledigt zu bekommen - seit heute habe ich ein Konto bei der Bank of America, eine Safeway Card (sehr wichtig :-)) und eine amerikanische Handynummer: 19713406417. Damit kann ich für 15cent SMS nach Deutschland schicken, allerdings kostet mich das Empfangen von SMS ebenfalls 15cent, also macht mich bitte nicht arm ;-) Eventuell ändert sich die Nummer in den nächsten Wochen nochmal, aber das werde ich dann an dieser Stelle bekannt geben.
Gestern waren wir in einer Bar im 30. Stock in einem Hochhaus Downtown mit Blick auf die Skyline von Portland und heute nachmittag in einer großen Mall mit Eislaufbahn. Morgen werde ich mit den 7 anderen zukünftigen OSU-Studenten nach Corvallis gefahren um uns anzumelden und Wohnungen zu suchen. Bis Freitag abend habe ich dann hoffentlich meine Bleibe für die nächsten zehn Monate gefunden... Am Samtag machen wir eine Jetboat-Tour auf dem Willamette River und am Sonntag fahren wir an den Columbia River und die Multnomah Falls. Von Montag bis Mittwoch sind wir dann am Strand campen - ok, es wird relativ luxuriöses Campen in beheizten Yurts mit Stockbetten, aber wir müssen unsere eigenen Krabben fangen und zubereiten. Das Wetter ist übrigens super, angenehme 23 Grad und meistens sonnig, und am Wochenende soll es sogar richtig heiss werden mit über 30 Grad. Bis der Regen kommt soll es noch ein paar Wochen dauern...
Am Mittwoch abend sind wir nochmal in Portland und dann ist die Orientation auch schon vorbei und wir werden am Donnerstag an unsere Unis gefahren. Ab dann ist der Klassenfahrt-Charakter vorbei und wir sind auf uns alleine gestellt... Aber vielleicht habe ich dann ja mehr Zeit E-Mails und Blog-Einträge zu schreiben :-)
Das war's für heute, ich muss morgen um 6.45 aufstehen. Also Gute Nacht!

Sonntag, 2. September 2007

Goodbye Germany

Es ist 2.30 Uhr nachts und meine letzten Stunden in Good Old Germany sind angebrochen. In zwei Stunden geht's zum Flughafen und dann auf in meine neue Heimat, den schönen US-Bundesstaat Oregon. Ich habe eben die letzten Sachen gepackt, mit meinen Geschwistern noch eine Abschiedstour durch Stuttgart gemacht und nutze nun die verbleibende Zeit um meinen Blog zu starten. Da ich gerade aber völlig übermüdet und gänzlich unkreativ bin, will ich es dabei auch schon belassen und verspreche in Kürze spannendere Beiträge zu posten.

Bleibt mir nur noch zu sagen:
Goodbye Germany, Hello USA!