Donnerstag, 20. September 2007

Erste Tage in Corvallis

Seit genauer einer Woche sind wir jetzt in Corvallis. Ich kann leider erst am Samstag in mein Haus einziehen (später mehr dazu), bin aber glücklicherweise solange beim Jörg untergekommen (Thanks roomie! :-)).
Die ersten beiden Tage hier haben wir uns erstmal von der Orientation in Portland erholt und uns daran gewöhnt, nicht mehr ständig von 30 Deutschen umgeben zu sein sondern höchstens von 7. Seit Montag haben wir eigentlich jeden Tag auf dem Campus verbracht um unsere Advisor zu treffen, an der International Orientation teilzunehmen, unsere Visumsdokumente vorzuzeigen, uns impfen zu lassen, mit dem Health Center wegen unserer Versicherung zu diskutieren und uns im bookstore mit T-Shirts und Pullis in den Farben der Oregon State University auszustatten (sehr wichtig!).


Am Samstag haben wir uns mit Brian, den ich noch von der High School kenne, und seiner Frau getroffen und sind auf ein Oktoberfest in Mt. Angel gegangen. Das Bierzelt war zwar kleiner als daheim, auf den Bänken tanzen durfte man nicht, Bier gab es nur aus 0,4l Plastikbechern und die Band namens "Salzburger Echo" kam in Wahrheit aus Salt Lake City - aber sie konnten tatsächlich einige deutsche Lieder singen, jodeln, Alphörner blasen und ganze Lieder mit Kuhglocken spielen. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spass, haben lauthals mitgesungen und die wenigen Amis, die es bis nach elf ausgehalten haben, zum Tanzen animiert. Brian und seine Frau haben sich ebenfalls köstlich amüsiert! Am 6. Oktober sind wir schon auf das nächste Oktoberfest eingeladen - als ich beim Impfen war und die Krankenschwester gesehen hat, dass ich aus Deutschland komme, hat sie mich und die anderen Deutschen direkt auf ihr privates Oktoberfest eingeladen. Wir haben ja jetzt schon reichlich Übung um auch dort für Stimmung zu sorgen :-)


Ein weiteres Erlebnis war das "Free Furniture Giveaway" der First Baptist Church für alle Internationalen Studenten. Da mein Zimmer unmöbliert sein wird und die Jungs auch noch ein paar Dinge brauchen konnten, sind wir dort einfach mal hingegangen. Als wir ankamen, eine halbe Stunde früher als angegeben war, stand schon eine Schlange asiatischer Studenten um den halben Block rum. Wir mussten einen Zettel mit unseren Daten ausfüllen, bekamen ein Namensschild zum Ankleben, Coupons für Möbel und Haushaltsartikel und mussten uns in die Schlange stellen. Dort mussten wir warten bis wir reingelassen wurden. An der Tür bekamen wir noch einen "neuen amerikanischen Freund" zugewiesen, der uns beim Aussuchen und tragen helfen sollte. In unserem Fall war das ein tätowierter, bikermäßig aussehender Typ namens Joey, den wir auf den ersten Blick für einen ehemaligen Sträfling hielten, der sich aber als sehr nett und hilfsbereit herausstellte. Was uns drinnen erwartete übertraf den kleinen Garagenverkauf, den ich mir vorgestellt hatte, bei Weitem: lange Reihen mit hunderten von Pfannen, Töpfen, Gläsern, Geschirr, Decken, Kopfkissen, Handtüchern usw. Und man konnte sich einfach nehmen was man brauchte! Draussen im Hof standen dann ganze Wohnzimmereinrichtungen, Betten, Schreibtische und an die 100 Sofas. Auf dem Parkplatz daneben standen ca. 50 Pickups bereit, die die Möbel samt neuen Besitzern abtransportierten. Einfach krass! An Möbeln war für mich zwar nichts dabei, aber ich habe mich mit Kleiderbügeln, einer Decke und Handtüchern (von Ralph Lauren :-)) eingedeckt. Und unser neuer Freund Joey, der übrigens in einem Tattoo-Studio arbeitet, hat uns angeboten, dass er uns überall hinfahren und beim Umziehen helfen kann wenn er frei hat.

Heute abend ist an der Uni ein Willkommens-Picknick für alle Internationals und morgen früh fahren wir in den Crater Lake National Park im Süden von Oregon. Der Bericht dazu, und zu meinem neuen Haus, folgt wenn wir zurück sind.

Montag, 17. September 2007

Camping at South Beach



Etwas verspätet hier der Bericht zu unserem Camping Trip:
Letzte Woche Montag haben wir uns in 3 Vans und einem Van vollgestopft mit Schlafsäcken und Lebensmitteln morgens auf den Weg nach Newport gemacht. Das super Wetter, das wir die ganze Woche davor in Portland genossen haben, hat uns 5km vor der Küste leider im Stich gelassen - ab dort war es kalt, nass und neblig. Nachdem wir uns damit abgefunden hatten, dass wir unsere kurzen Hosen und Badesachen nicht brauchen würden (obwohl sich einige wenige Mutige doch in den 12°kalten Pazifik gewagt haben), war der erste Tag mit Zelten aufbauen, kochen und anschliessendem Lagerfeuer auch schon schnell vorüber.


Am nächsten Vormittag ging es dann zum Crab Fishing, ein Erlebnis der besonderen Art! Wir wurden zu dritt oder viert in kleine Boote gesetzt, bekamen je vier Netze mit Köder, Eimer und ein Lineal und wurden aufs Wasser geschickt. Nachdem wir die eklig aussehenden Köder (gerüchteweise tote Tiere aus der Pelzindustrie...) in den Netzen befestigt hatten, mussten wir sie nur noch im Wasser versenken und dann in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Da keiner von uns besonders viel Ahnung hatte, haben wir die Netze zuerst im tiefen Wasser versenkt, was nicht besonders erfolgreich war. Nach einer Weile sind wir dann auf die Idee gekommen, es näher am Ufer zu versuchen, und siehe da, nach 10 Minuten hatten wir 5 Krabben im Netz! Obwohl sie mir ziemlich groß vorkamen, mussten wir sie trotzdem wieder ins Wasser zurückwerfen da sie den strengen Fangvorschriften nicht entsprachen. Nach einer Weile hatten wir richtig Routine im Netze auswerfen und einholen und das Boot konnte auch jeder von uns steuern. Leider waren die meisten Krabben aber zu klein oder weiblich, so dass wir sie nicht behalten durften. Am Ende hatten wir eine Krabbe in unserem Eimer, da einige der anderen aber erfolgreicher waren, war unser Abendessen trotzdem gesichert :-) Als wir eigentlich schon zurück in den Hafen fahren wollten, sind wir sogar noch in Seenot geraten, da sich eine Leine um unsere Schraube gewickelt hat und wir manoevrierunfähig waren. Glücklicherweise waren andere Boote in der Nähe die uns erst von den Felsen weggezogen und dann die Leine durchgeschnitten haben. So sind wir alle wieder sicher an Land gekommen.
Nach einem kurzen Lunch und Spaziergang durch den Hafen ging's zurück zum Campingplatz. Dort hatten wir etwas Zeit am Strand bevor es ans Essen kochen ging - 30 Leute waren schon gespannt auf das sogenannte "Crab Boil", ein Eintopf aus den gefangenen Krabben, Kartoffeln, Maiskolben, Zwiebeln und Würstchen. Als es ans Essen ging, bestanden unsere einheimischen Begleiter darauf, den Eintopf auf den Tisch zu schütten und mit den Fingern zu essen, das sei "a cultural experience we couldn't miss". Es war auf jeden Fall ein Erlebnis, und jetzt weiss ich auch wie man Krabben mit den Fingern isst :-) Später sind wir noch gemeinsam an den Strand gezogen und haben den Abend am Lagerfeuer mit Meeresrauschen ausklingen lassen.
Am nächsten Morgen haben wir unsere Sachen gepackt und uns mit einem kleinen Zwischenstop im Outlet-Center auf den Rückweg nach Portland gemacht, wo uns wieder schönstes Wetter erwartete. Dort gab es abends noch ein gemeinsames Abschiedsessen mit anschließendem Clubbing, bevor wir uns alle Donnerstag früh in unsere neuen Heimatstädte in ganz Oregon aufgemacht haben...

Mittwoch, 5. September 2007

Orientation in Portland


Nachdem ich nun schon drei Tage hier bin, komme ich endlich dazu meinen ersten Bericht zu verfassen. Ich bin zur Zeit noch in Portland mit ca. 25 anderen aus dem Baden-Württemberg-Programm. Seit unserer Ankunft am Montag nachmittag hatten wir eine Info-Lecture nach der anderen zu allen möglichen Themen wie Housing, Banking, Academic Sytem, Culture Shock etc. Ich habe inzwischen ungefähr 3kg Handouts und Informationsmaterial gesammelt... Aber diese Infos sind natürlich sehr hilfreich und ersparen uns eine Menge Zeit und Fehler die wir sonst sicher machen würden. In unserer freien Zeit erkunden wir die Stadt und versuchen so langsam die wichtigsten Dinge erledigt zu bekommen - seit heute habe ich ein Konto bei der Bank of America, eine Safeway Card (sehr wichtig :-)) und eine amerikanische Handynummer: 19713406417. Damit kann ich für 15cent SMS nach Deutschland schicken, allerdings kostet mich das Empfangen von SMS ebenfalls 15cent, also macht mich bitte nicht arm ;-) Eventuell ändert sich die Nummer in den nächsten Wochen nochmal, aber das werde ich dann an dieser Stelle bekannt geben.
Gestern waren wir in einer Bar im 30. Stock in einem Hochhaus Downtown mit Blick auf die Skyline von Portland und heute nachmittag in einer großen Mall mit Eislaufbahn. Morgen werde ich mit den 7 anderen zukünftigen OSU-Studenten nach Corvallis gefahren um uns anzumelden und Wohnungen zu suchen. Bis Freitag abend habe ich dann hoffentlich meine Bleibe für die nächsten zehn Monate gefunden... Am Samtag machen wir eine Jetboat-Tour auf dem Willamette River und am Sonntag fahren wir an den Columbia River und die Multnomah Falls. Von Montag bis Mittwoch sind wir dann am Strand campen - ok, es wird relativ luxuriöses Campen in beheizten Yurts mit Stockbetten, aber wir müssen unsere eigenen Krabben fangen und zubereiten. Das Wetter ist übrigens super, angenehme 23 Grad und meistens sonnig, und am Wochenende soll es sogar richtig heiss werden mit über 30 Grad. Bis der Regen kommt soll es noch ein paar Wochen dauern...
Am Mittwoch abend sind wir nochmal in Portland und dann ist die Orientation auch schon vorbei und wir werden am Donnerstag an unsere Unis gefahren. Ab dann ist der Klassenfahrt-Charakter vorbei und wir sind auf uns alleine gestellt... Aber vielleicht habe ich dann ja mehr Zeit E-Mails und Blog-Einträge zu schreiben :-)
Das war's für heute, ich muss morgen um 6.45 aufstehen. Also Gute Nacht!

Sonntag, 2. September 2007

Goodbye Germany

Es ist 2.30 Uhr nachts und meine letzten Stunden in Good Old Germany sind angebrochen. In zwei Stunden geht's zum Flughafen und dann auf in meine neue Heimat, den schönen US-Bundesstaat Oregon. Ich habe eben die letzten Sachen gepackt, mit meinen Geschwistern noch eine Abschiedstour durch Stuttgart gemacht und nutze nun die verbleibende Zeit um meinen Blog zu starten. Da ich gerade aber völlig übermüdet und gänzlich unkreativ bin, will ich es dabei auch schon belassen und verspreche in Kürze spannendere Beiträge zu posten.

Bleibt mir nur noch zu sagen:
Goodbye Germany, Hello USA!